Ergotherapie Andreas Bohmann
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Geschrieben am 06.10.2009 von Andreas Bohmann
Abgelegt unter: Seniorenheim / Therapiekonzepte

Wir schreiben nach jeder Verordnung  an den behandelnden Arzt eine kurzen  Therapiebericht über den Stand, die  erreichten Fortschritte und Ziele der Therapie. (außerhalb des Regelfalls nur einen im Quartal) Diese Therapieberichte können exemplarisch gut Auskunft auf die Frage geben: Was sieht  Ergotherapie konkret aus? Jede Therapie ist natürlich individuell angepasst, wird  also bei anderen Erkrankungen und Patienten ganz anders aussehen. Nur das übergeordnete Ziel der Selbstständigkeit ist gleich. Hier 3 Beispiele von Therapieberichten für Patienten im Seniorenheim:

Bsp 1: Patient mit beginnender Demenz: Die aktuelle Durchführung des Mini-Mental-Status-Tests (MMST) verstärkt die Hinweise auf eine fortschreitende  Altersdemenz.  Die nach dem Umzug in das Wohnheim verstärkt aufgetretene Orientierungslosigkeit und Unsicherheit soll durch die Tagesstrukturierung (Orientierungsgänge in Heim und Umgebung, Kalenderführung) gemindert werden. Ein Tagebuch und die Einrichtung eines Biografiebuches sollen helfen, die eigene Situation einzuordnen und mehr Gesprächsstoff mit der Umwelt zu bieten.

Bsp. 2: Patient nach Schlaganfall:  Herr S.  meistert mit geringer verbaler Hilfestellung den selbständigen tiefen Transfer (Umsetzen) auf die Bettkante und in den Rollstuhl. Eine Sicherheitsstellung ist aufgrund der ausgeprägten Ataxie (Störung der Bewegungskoordination) dennoch notwendig. Der größte Wunsch des Patienten ist es, mit dem Laufen eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einer Wohngemeinschaft zu erfüllen. Hierfür sind die Stabilisierung des Rumpfes und die Minderung der Ataxie notwendig. So beinhaltet die Therapie vorwiegend alltagsorientierte ADL-Sequenzen (ADL: Aktivitäten des täglichen Lebens) und Übungen zur Rumpfstabilität, Sequenzierung der Bewegungen und Erweiterung der Standbeinphase. Letztgenannte werden auch Ziele der fortlaufenden Therapien sein.

Bsp. 3: Patient nach Schlaganfall: Ziel der Behandlungen war die Erweiterung des Bewegungsausmaßes, was mit Abduktion: 80° und Anteversion ca. 140° erreicht wurde. Weitere Übungen für Grob- und Feinmotorik, teilweise eingebunden in ein ADL-Training sollen helfen, die motorischen Kompetenzen zu festigen und zu erweitern.

Andreas Bohmann

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1 Kommentar

  • Comment by Jutta Rund
    Oktober 6th, 2009 at 11:12

    Ich finde es Klasse, dass ein Stueck “Ergotherapie” bei Twitter vertreten ist !

    Gruss

    Jutta Rund

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