Auch in der Weihnachtszeit machen wir natürlich Gruppentherapien mit biografischem Arbeiten, Liedersingen und haptischen Erlebnissen.
Zusätzlich habe ich aber dieses Jahr ein „Adventsliedersingen” in Seniorenheimen angeboten. Es wird meiner Meinung nach viel zu wenig gesungen. Wenige Menschen nehmen sich die Zeit, wirklich mehrere Lieder mit mehreren Strophen zu singen. Gerade die Adventszeit bietet Gelegenheit zu singen. Wir haben Liederbücher in Großschrift vorbereitet, die auch im Seniorenheim ohne Brille gut gelesen werden können. Ich begleite mit Gitarre. So sind stimmungsvolle Singestunden zu Stande gekommen. In acht Einrichtungen und zehn Wohnbereichen habe ich mit vielen Bewohnern gesungen - auch mit bettlägrigen Patienten oder Menschen mit Demenz. Es war immer ein sehr besonderes und bewegendes Erlebnis. Selten habe ich so strahlende Gesichter gesehen.
Ich wünsche auch Ihnen, liebe Leser des Blogs, in diese Sinne „Fröhliche Weihnacht überall” und einen ruhigen und entspannten Jahresausklang.
Andreas Bohmann
Herzlichen Dank an Kerstin Gürke für die Gestaltung des Plakats zum Adventsliedersingen.
Ergotherapie für Patienten im Wachkoma
Das Wachkoma (apallisches Syndrom) ist ein Zustand zwischen tiefer Bewusstlosigkeit (Koma) und bewusstem Wachsein. Ursächlich für das apallische Syndrom sind oft Unfälle sowie Wiederbelebung nach einem langen Herzstillstand.
Wachkomapatienten sind nicht ansprechbar, leiden oft an starken Spastiken und Störungen der taktil-kinesthetischen Wahrnehmung, fehlender Sitzstabilität und Kopfkontrolle. Manchmal ist eine künstliche Beatmung notwendig.
Die zwei wichtigsten ergotherapeutischen Behandlungskonzepte bei diesem Patientenkreis sind das Bobath Konzept und die Basale Stimulation. Beide zielen darauf ab, die Körperwahrnehmung zu verbessern oder zu erhalten. Für Patienten, die sich nicht mehr selbständig bewegen können, ist es wichtig, dass sie langsam und nachvollziehbar in andere Lagen und Positionen geführt werden. Jemand, der seinen Körper nicht mehr spürt, erhält mit unserer Hilfe taktile Informationen mit verschiedenen Materialien wie z.B. Stoff (trockene Lappen), Igelball, Bürsten oder auch vibrierenden taktilen Geräten. Weitere Ziele der Behandlung sind, je nach Bedürfnis der Patienten, die Kontraktur- und Dekubitusprophylaxe, Senkung des Muskeltonus, das Umsetzen und unterstützte Alltagsbewegungen (z.B.: mit der Hand des Klienten dessen Gesicht eincremen). Alles geschieht ganz langsam und fest, damit die Bewegung und Berührung nachgespürt, nachvollzogen werden können.
Wir arbeiten in verschiedenen Einrichtungen die auch Patienten im Wachkoma betreuen und pflegen. Dementsprechend haben Mitarbeiter ihre Fortbildung darauf ausgerichtet.
Ina Isabell Kreß
Zum Advent haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Unser Adventsmemory!!!!
Auf den Link klicken, runterladen und einfach im Fotoladen entwickeln lassen, fertig ist das große Adventsmemory.
http://picasaweb.google.de/andreas.bohmann/Weihnachtsmemory?authkey=Gv1sRgCM2R9ZW0nNWHLg#
Die Karten sind 10×10 cm groß und damit auch für Senioren gut geeignet. Die käuflich erhältlichen Memorys sind oft zu klein, so dass sie von schlecht sehenden Menschen nicht genutzt werden können.
Spielvarianten Memory:
Variante 1:Die bekannteste Variante ist das Bilderpaare suchen. Nachdem man alle Karten auf dem Tisch verdeckt verteilt hat, ist jeder abwechselnd dran, 2 Karten aufzudecken. Das Gedächtnis kann so wunderbar trainiert werden.
Variante 2: 5 Karten werden in eine Reihenfolge gelegt, gemerkt und umgedreht. Danach werden die anderen 5 Karten in der gleichen Reihenfolge in die zweite Reihe gelegt. Ob man sich die richtige Reihenfolge gemerkt hat, wird kontrolliert, indem die obere Reihe wieder aufgedeckt wird. Die Reihenfolge wird immer beibehalten. Dann kann die 6. Karte hinzugelegt werden, wieder umdrehen und die dazugehörigen Kartenpaare werden in die richtige Reihenfolge gelegt. Die Zahl der Karten kann man so lange erhöhen, bis man keine Kartenpaare mehr hat.  Oder bis die ersten Fehler gemacht werden. 10 Paare sind einfach, 20 ist schon schwierig. Schult Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration.
Variante 3: Karten nach Oberbegriffen sortieren: Ziel ist es alle Karten unter Oberbegriffe zu sortieren. Nicht ganz einfach, mit manchen Karten geht es auch nicht.
Variante 4: Karten abklatschen: alle Karten werden verdeckt auf dem Tisch aufgebreitet und abwechselnd aufgedeckt und offen gelassen. Wer jetzt zuerst auf die andere zugehörige Karte klatscht, kann beide Karten behalten. Das schult die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit.
Andreas Bohmann
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Sängerknaben
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Adventsstern